Lösungsfokussierte Kommunikation - Johan Conze | Getting to YES!
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Lösungsfokussierte Kommunikation

Der Lösung ist es egal, wie das Problem entstanden ist (Insoo Kim Berg)

Gespräche über Lösungen führen zu Lösungen, Gespräche über Probleme zu Problemen

( Steve De Shazer)

Lösungsfokussierte Kommunikation konzentriert sich auf die Wünsche, Ziele, Ressourcen und Ausnahmen vom Problem anstatt auf die Probleme selbst und ihre Entstehung. Die vorgetragenen Probleme, Konflikte und Störungen werden nicht vertieft. Vielmehr stehen die beim Klienten vorhandenen Ziele, Kompetenzen und Ressourcen im Mittelpunkt: Wie kann es ihm damit gelingen die Zukunft erfolgreich zu gestalten.

Lösungsfokussierte Kommunikation hat ihren Ursprung in dem gesprächstherapeutischen Konzept der lösungsfokussierten Kurzzeittherapie (SFBT – Solution Focused Brief Therapie). Sie wurde seit 1978 von den Psychotherapeuten Steve De Shazer, seiner Frau Insoo Kim Berg und Kollegen entwickelt. 1982 wurde sie erstmals der breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Lösungsfokussierte Kommunikation basiert nicht auf einer bestimmten Theorie sondern ist ein sehr pragmatischer Ansatz. Im Mittelpunkt steht konkretes Handeln in kleinen Schritten, dass die aktuelle Situation verbessert, nicht  das theoretisch allumfassende Verstehenwollen und Interpretieren vermuteter Ursachen.

 

Der Klient ist Experte des eigenen Lebens

Nicht sein Coach oder Berater. Dieses Konzept des „Nichtwissen“ ist ein wichtiger  Teil der Professionalität auf Seiten des Coaches. Alle Interpretationen seinerseits schränken die Freiheit des Klienten ein, eine ganz eigene und möglicherweise den Erwartungen des Coaches entgegenlaufende Lösung zu finden. Vielmehr kommuniziert der Coach durch seine wertschätzende Beobachtung seine unerschütterliche Achtung vor- und den unbedingten Glauben an die Kompetenz, die Ressourcen und die Fähigkeit zur Selbsterkenntnis bei jedem Klienten.

 

Was nicht kaputt ist, muss man auch nicht reparieren

Coaching und Beratung in Bereichen, in denen der Klient keinen akuten Bedarf (mehr) hat, eine aktuell funktionierende Lösung also gefunden hat, macht keinen Sinn. Hört sich banal an, wie oft aber soll „Erreichtes konsolidiert“, „Wachstum gefördert“ oder „tiefer liegende Bedeutungen und Strukturen erkannt“ werden. Kein Problem – Kein Coaching.

 

Das was funktioniert, sollte man häufiger tun

Die Qualität der Lösung spielt keine Rolle, solange sie funktioniert. Gewünschte Veränderungen, und nichts anderes sind Lösungsansätze, sollen sich verfestigen. Gestützt wird dieser Leitsatz durch Ergebnisse der Hirnforschung, insbesondere dem Konzept der Neuroplastizität. Gemachte Erfahrungen führen im Gehirn zu Anpassungen der physischen Struktur und der damit zusammenhängenden Funktionen. Wiederholungen verstärken die veränderten bzw. neuen synaptischen Verbindungen zwischen den Neuronen. So lernen wir am Schnellsten und dauerhaftesten durch Wiederholen. Aber ACHTUNG – dies gilt nicht nur für die Lösung sondern auch für das Problem.

 

Wenn etwas nicht funktioniert, sollte man etwas anderes probieren

So schön eine Lösung auch sein mag, so oft sie bei anderen auch schon funktioniert haben mag, wenn sie im konkreten Fall nicht funktioniert, ist sie nicht die Lösung. Wir alle werden Opfer der eigenartigen Tendenz, ein Problem methodisch immer wieder gleich lösen zu wollen.  Auch wenn die Erfahrung uns eigentlich lehren müßte, dass es nicht funktioniert. Wenn etwas also für den Klienten nicht funktioniert, liegt es eben nicht an ihm, sondern an der Therapie. Zeit etwas neues, andres auszuprobieren.

 

Kleine Schritte können zu großen Veränderungen führen

Eine kleine Veränderung führt zwangsläufig zu weiteren Veränderungen, was dann wieder andere Veränderungen nach sich zieht. Es sind die vielen kleinen und machbaren Verbesserungsschritte, die langsam und fast unbemerkt zur gewünschten großen Veränderung im Alltagsleben führen.

 

Die Lösung hängt nicht zwangsläufig mit dem Problem zusammen

Wir alle wachsen auf mit der sokratischen Idee, dass die Lösung nur und immer über die Exploration des Problems möglich ist. Lösungsfokussierte Kommunikation konzentriert sich stattdessen auf die Frage, was anders sein wird, wenn das Problem nicht mehr da ist. Mit dieser Zielbeschreibung wird dann nach Momenten in der Vergangenheit gesucht in denen Teile der angestrebten Lösung bereits existiert haben bzw. in der Zukunft existieren könnten. „Was macht jetzt schon den Unterschied zwischen besser/schlechter aus?“ steht im Fokus und nicht „wie ist es – wie kam es dazu?“

 

Die Sprache der Lösungsentwicklung ist eine andere als die der Problembeschreibung

Die Problemsprache ist tendenziell eher negativ, rückwärtsgewandt und suggeriert oft ein Fortbestehen des Problems. Lösungsfokussierte Kommunikation dagegen ist positiv, erwartungsvoll und auf die Zukunft gerichtet. Probleme sind temporär.

 

Kein Problem besteht fortlaufend. Es gibt immer Ausnahmen

Was waren die Momente, und seien sie auch noch so selten und noch so kurz gewesen, in denen das Problem nicht da war oder wenigstens nicht so erdrückend war? Das sind die Ausnahmen, die genutzt werden können um Veränderungen einzuleiten. Die Ressourcen und Kompetenzen, die in der Ausnahmesituation zum Einsatz kamen, sind die Bausteine der Lösung.

 

Zukunft wird erschaffen und lässt sich verhandeln

Der Mensch ist nicht Gefangener seiner Verhaltensweisen, zementiert durch seine Lebensgeschichte, seine soziale oder ethnischen Zugehörigkeit und schon gar nicht Gefangener einer (psychologischen) Diagnose seiner Umwelt. Vielmehr ist er frei und blickt hoffnungsvoll in die Zukunft, dem Ort, an dem die Menschen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen.