GewaltFreie Kommunikation (GFK) - Johan Conze | Getting to YES!
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GewaltFreie Kommunikation (GFK)

Die Giraffe ist das Symboltier für die Gewaltfreie Kommunikation (GFK). Sie hat das größte Herz aller Landsäugetiere. Ihr langer Hals ermöglicht Überblick und Weitsicht.

Man kann nicht nicht kommunizieren (Paul Wazlawik)

Auch ohne zu sprechen senden wir permanent Botschaften und empfangen die unserer Umwelt. Das Phänomen: Gerade in herausfordernden Situationen, wenn es also wirklich drauf ankommt, kommt die Botschaft nicht so an, wie sie versandt wurde. Obwohl oft genug sachlich neutral oder sogar gut gemeint, fühlt sich der Empfänger unverstanden, angegriffen, verletzt oder beleidigt und reagiert entsprechend verteidigend, angreifend, verletzend, beleidigend. Hier beginnt Gewaltfreie Kommunikation (GFK).

 

Das Phänomen des fundamentalen Attributionsfehlers

Der fundamentale Attributionsfehler ist ein sozialpsychologisches Phänomen, das in der hier verwendeten Ausprägung besagt, dass wir eigene (auch fragwürdige) Handlungen eher als sinnvolle und situationsadäquate Reaktion auf einen Reiz von außen einstufen, die Handlungen anderer aber deren grundsätzlichen (schlechten) Charaktereigenschaften zuschreiben. „Wenn wir unsere Werte und Bedürfnisse auf diese Weise ausdrücken, erzeugen wir bei den Menschen, an denen uns etwas liegt, Abwehr, Widerstand und Verteidigung. Oder sie stimmen unserer Analyse zu und werden aus Angst, Scham oder Schuld handeln. Für beides werden wir teuer bezahlen“ (Marshall Rosenberg).

Marshall Rosenberg, der das Konzept der gewaltfreien Kommunikation entwickelt hat, sah 4 Hauptgründe für diese wie er es nannte „Lebensentfremdende“ Kommunikation:

•    Moralische Urteile über den Kommunikationspartner. Es wird bewertet, interpretiert und unterstellt.

=> „Du bist selbstsüchtig, bequem, faul…“

•    Vergleichen und analysieren, was häufig genug ein Verurteilen ist

=> „Das ist richtig, das ist falsch…, Dein Problem ist …“

•    Verlagern der Verantwortung für die eigenen Gefühle und Handlungen auf andere. Die eigene Person wird zum Opfer der Umstände oder Taten anderer. Es besteht keine Wahl

=> „Ich muss das tun, er hat keine andere Wahl! Es ist unbedingt notwendig, der Chef will das so…“

•    Fordern anstatt Bitten. Wer eine Bitte äußere, ist bereit eine Ablehnung zu akzeptieren, Forderungen führen zu Lob oder Strafe. Nicht jede Botschaft, die das Wort“Bitte“ enthält, ist eine Bitte.

=> „Ich möchte Dich dringend bitten, ehrlich zu sein…“

 

Gewaltfreie Kommunikation (GFK) – Botschaft in 4 Schritten

Gewaltfreie Kommunikation (GFK) basiert auf der Idee von Gewaltfreiheit und Mitgefühl als dem natürlichen Zustand menschlichen Seins. Gewaltvolles Verhalten – egal ob psychisch oder physisch – ist erlerntes Verhalten im Rahmen unseres soziokulturellen Systems. Gewaltfreie Kommunikation geht weiterhin davon aus, dass wir alle die gleichen menschlichen Grundbedürfnisse teilen und das alle unsere Handlungen darauf ausgerichtet sind, diese Bedürfnisse zu befriedigen. Es geht um das Miteinander auf Augenhöhe als Gegenkonzept zu einem Gegeneinander und oben und unten. Die vier Schritte einer gewaltfreien Botschaft sind:

•    Situation beobachtend beschreiben ohne zu bewerten. Was passiert wirklich

=> „Wenn ich sehe, dass… „, „wenn Du sagst, dass…“

•    Gefühle bei sich erspüren und beschreiben, beim anderen erfragen: Welche emotionale Reaktion löst die Botschaft beim Empfänger aus.

=> „fühle ich mich…“, “ fühlst Du dich dann…?“

•    Bedürfnisse benennen, die hinter den Gefühlen liegen und erfüllt sein wollen

=> „denn ich brauche…“, „ist Dir dann wichtig, dass“

•    Bitten, nicht fordern: Bitten sind konkret, positiv formuliert, für den anderen erfüllbar, und das idealerweise hier und jetzt

=> „würdest Du bitte …“

 

Emotionen, Gefühle und Bedürfnisse

Hier wird es schwierig, besonders für Männer. Gefühle und Bedürfnisse und dann noch darüber reden – Mädchen!!!  Liebe Männer, das kann man natürlich so sehen, aber ist das wirklich zielführend? Gewaltfreie Kommunikation (GFK) bedeutet ganz bestimmt nicht „Nett“ sein, sondern viel eher „Echt“ sein. Marshall Rosenberg hat das Ziel selbst einmal so definiert: „Gewaltfreie Kommunikation hilft mir sehr dabei mehr von dem zu bekommen was ich haben möchte.“ Deswegen hier noch einige Informationen zu diesen Begriffen.

Emotionen sind einfach ausgedrückt körperliche Reaktionen auf jedwede Sinneseindrücke. Diese Emotionen passieren auf dem Weg in den kognitiven Bereich unseres Gehirns zunächst aber den für Emotionen zuständigen Teil des Gehirns, das limbische System. Das limbische System ist nicht wirklich clever, aber dafür dramatisch viel schneller als der cognitive Teil unseres Gehirns, der NeoCortex. Das limbische System wird auch gerne Reptiliengehirn genannt und diese Bezeichnung ist aus biologischer Sicht sehr passend. Hier wird buchstäblich  über Leben und Tod entscheiden, also über verstecken, verteidigen, angreifen oder fliehen, ganz so wie vor 250.000 Jahren. In diesem Moment „flippt“ der jähzornige aus und schreit, ein anderer erstarrt zur Salzsäule. Im kognitiven Bereich angekommen, geben wir unseren Emotionen Namen und verwandeln sie auf diese Weise in Gefühle. Von den Gefühlen zu den Bedürfnissen ist es nur noch ein kleiner Schritt, denn die Gefühle signalisieren, ob und welche der dahinterliegende Bedürfnisse erfüllt oder nicht erfüllt sind. Und ganz am Schluss handeln wir dann, meist in Form einer Bitte an den Gegenüber.

 

Mit gewaltfreier Kommunikation (GFK) zur wahren Freiheit

Wahre Freiheit, so sagt der Philosoph Rollo May, bedeutet zwischen Reiz und Reaktion einen Moment innehalten zu können und die Reaktion selbst zu bestimmen.  Gewaltfreie Kommunikation (GFK) versucht genau das.

Beobachten – Fühlen – I N N E H A L T E N – Bedürfnis erkennen – bittend handelnd reagieren

William Uri, Co-Autor Roger Fishers Weltbestsellers „Getting to YES“ (das Harvard Konzept) sagt über GFK:

„GFK ist eines der machtvollsten Instrumente, das Sie je erlernen werden.“

Ich verwende die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) für mein eigenes Verhandlungsmanagement. Ich ermutige alle meine Kunden und Zuhörer das gleiche zu tun. Es ist nicht nur die sicherste, sondern auch die effizienteste Methode produktive beziehungsfördernde und langfristig funktionierende Lösungen im menschlichen Miteinander zu erreichen – geschäftlich und privat. Die Haltung, Grundlagen und Ideen der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) sind wichtiger Teil aller meiner Trainings, Workshops und Seminare.